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17. Mai 2016

Angst, Meditationen zur Bundespräsidentenwahl

Was mir vielmehr Angst macht als der voraussichtliche Wahlsieg Hofers ist die zunehmende Polarisierung, die zunehmende Salonfähigkeit von inhaltsloser Phrasendrescherei, die weitgehende Akzeptanz einer Nichtgesprächskultur. Angst war für mich bisher eigentlich ein eher fremdes Gefühl (wenn man von der Dunkelheit unter dem Bett nach einem Horrorfilm absieht), besonders Angst vor der Zukunft ist mir neu. Von daher finde ich es schon auch interessant, was Angst mit mir macht. Sie aktiviert alle meine Urinstinkte und lähmt mich, meine Tendenzen schwanken zwischen davonlaufen, angreifen und verstecken. Mein Pessimismus sagt: in Wahrheit haben die Populisten schon lange gewonnen, können sie nur gewinnen, weil man sie weder ignorieren noch mit ihnen diskutieren kann und weil der Schnelllebigkeit der Zeit angemessen niemand mehr an aufwendigem Diskurs und echter inhaltlicher Beschäftigung interessiert ist.

6. August 2014

Von der Verdinglichung


Beobachtungen zum Thema Musik, Klang und Sound, Menschen, Dinge und Geräusche, freier Wille, Determinismus und dem Sinn des Ganzen. Der Ort: die wunderschöne Bahnhofshalle Liverpool Street in London. Die Zeit: ein heißer Wochentag im Juli, rush hour, zwischen 8 und 9 Uhr vormittags. Die Klangkulisse: Schritte, Durchsagen und eine musikalische Rolltreppe. Vorsicht: autoplay.

31. Oktober 2013

Toxteth Sunshine

Die Tage des Sturms. Der 31. Oktober allerdings war erstaunlich sonnig, magisch in gewisser Weise...

30. März 2013

Der Griff zum Staubsauger

Bei der kürzlichen Suche nach Demostücken ist auch der folgende Track wieder aufgetaucht. Im Frühling 2009 habe ich mir einen Staubsauger für 20 Euro gekauft. Und ich habe schon schlechtere Musikinstrumente für mehr Geld gekauft. Das passiert also, wenn man mich mit einem Staubsauger und geeigneter Aufnahmetechnik alleine lässt...

23. Mai 2012

Drei Fragen an die Verwertungsgesellschaft AKM

Worum geht es in der Urheberrechtsdebatte? Aus meiner Sicht um nichts weniger als meine persönliche künstlerische Freiheit. Ich will
  1. die Freiheit, Musik die mich inspiriert nach meinen Vorstellungen zu verwenden,
  2. die Möglichkeit, Tauschbörsen als Werbetool zu verwenden und
  3. die Sicherheit, für meine Werke (auch mit Hilfe einer Verwertungsgesellschaft) bezahlt zu werden.
Und ich will eine legale, offizielle und ethisch vertretbare Lösung für diese drei Punkte. Im Folgenden führe ich die Probleme  etwas genauer aus und schließe dann mit drei Forderungen an meine Verwertungsgesellschaft, die meine künstlerische Freiheit in vertretbarer Weise garantieren würden.

12. Mai 2012

Was wäre, wenn wir das Urheberrecht so vollstrecken würden wie manche sich das vorstellen?

Die Prämissen sind schnell umrissen. Das Recht auf geistiges Eigentum hat in der digitalen Welt einen schwierigen Stand. Zu einfach und zu schnell können Inhalte geteilt und kopiert werden, als dass eine Kontrolle auf Legalität noch möglich wäre. Prinzipiell besteht das Problem der erweiterten Privatkopie schon seit den ersten erschwinglichen Fotoapparaten und anderen Aufnahmegeräten. Aber erst jetzt besteht zwischen Kopie und Original kein wesentlicher Qualitätsunterschied mehr. Technisch gesehen ist es theoretisch möglich, unautorisierte Kopien vollständig zu unterbinden. Was wäre, wenn wir das Recht auf geistiges Eigentum mit allen Mitteln durchsetzen würden?

7. Mai 2012

Ukulele & Voice: Schuberts Forelle


I started exercising the Ukulele again. My left fingercups hurt but I like this song.

25. März 2012

Urheberrechtsverletzung, die; -, -en

eine universelle Komposition von Christof Spanring


Präambel:

Verwendung jedweder Art ist verboten und wird straf- und/oder zivilrechtlich verfolgt.

Dieses Werk spielt mit dem Paradoxon des Urheberrechts. Es besteht aus zwei essentiellen Komponenten, der Struktur und der Interpretation. Die Besetzung ist beliebig, die Ausführung kann durch ein beliebiges Medium erfolgen. Die Struktur (das Metrum) ist im Vorhinein zu vereinbaren und regelt die zeitliche bzw. sonstwie räumliche Ausdehnung im Medium. Die Interpretation ist notwendigerweise eine nicht näher spezifizierte Urheberrechtsverletzung, kann als solche aber von jedem Mitglied der Besetzung beliebig und unabhängig gewählt werden.


Die Internet-Referenz http://urheberrechtsverletzung.christofspanring.com verweist auf die zeitlich nicht limitierte und als solche fortwährend wachsende und sich im Wandel befindliche Repräsentation der Komposition.

8. Februar 2012

Warum ich gerade als Kreatives Schaffender dem Urheberrecht skeptisch gegenüber stehe

Heute nehme ich Referenz auf einen Blogeintrag von Rechtsanwältin Nina Diercks von socialmediarecht.wordpress.com. Dort führt sie recht sachlich und relativ objektiv die aktuelle Lage des Urheberrechts, mit Einbeziehungen verschiedener Meinungen auf. Unter anderem bringt sie aber auch die These, von der Knebelung durch das Urheberrecht in Verbindung mit einer Aufspaltung in Nutzer und Schaffende in Verbindung.

Ich zitiere:
" ... wird aber heute von den Befürwortern des freien Internets immer wieder argumentiert, dass der kreative Schaffens- und damit ein Innovationsprozess durch den Urheberrechtsschutz unterbunden wird. ... Advocatus diaboli mäßig behaupte ich an dieser Stelle auch einfach mal, dass diese Argumentation vorwiegend von Nutzern und nicht von Urhebern, also den kreativ Schaffenden, erbracht wird…"

31. Januar 2012

Zwei, drei, viele Herzen schlagen ach in meiner Brust

Es ist dem frühen Tod des Dichters vor deutlich mehr als neunzig Jahren zu verdanken, dass ich diese Überschrift heute rechtlich bedenkenlos verwenden kann. Wäre Goethe Zeitgenosse oder auch nur noch im Katalog der Verwertungsgesellschaften vertreten, es wäre mir heutzutage nur mit Glück gestattet, ihn in diesem Zusammenhang zu zitieren, die Abänderung bräuchte ich wohl gar nicht erst zu versuchen. Ironischerweise ist das damals nicht vorhandene Urheberrecht mit ein Grund für seine ungeheure Schaffenskraft.

27. Januar 2012

Die Freiheit, die das Internet bietet ist wesentlich wichtiger, als Tantiemenkontrolle durch Monopolbetriebe

Das Prekariat der Kunstschaffenden ist im Aufwind. Sinnbildlich gesprochen natürlich, prekäre Verhältnisse zu Lebzeiten nicht anerkannter Künstler / Musiker / Schrifsteller / Schauspieler und sind ein alter Hut. In die falsche Richtung geht meiner Meinung nach die Initiative Kunst hat Recht, die vorgibt das Prekariat, also die mittellosen Kunstschaffenden zu vertreten.

2. Dezember 2011

Urheberrecht, freie Software und freie Medien: eine Betrachtung

In den vergangenen Tagen habe ich wieder ein wenig über das Urheberrecht nachgedacht. Zum Teil angeregt durch eine Diskussion mit einem guten Freund, zum Teil wegen eines Artikels auf golem.de über Jan Delay. Es ist nach wie vor meine persönliche Überzeugung dass Filesharing nicht kriminalisiert werden darf. Dennoch sehe ich im Vergleich zu freier Software einen wichtigen Unterschied bei freier Musik.

27. November 2011

22. September 2011

Immer Manchmal Anders Denken

Eine Webrepräsentation ist vermutlich aus Prinzip unvollständig, unzutreffend und lässt obendrein nur allzu leicht einen peinlichen Touch erkennen. In einer Welt, in der der weitaus größte Teil der öffentlichen und privaten Kommunikation auf das Medium Computer angewiesen ist, ist eine eigene Vertretung im Internet manchmal aber dennoch von nicht zu verachtender Bedeutung. Als Musiker sehe ich da durchaus eine gewisse Notwendigkeit. In den vergangenen Monaten habe ich viel Zeit damit verbracht meine Nische zu finden. Ich denke diese Aufmachung eines halb-statischen Blogs sollte meinen Bedarf decken. In den kommenden Tagen / Wochen werde ich diese Seiten nach und nach mit Information zu meiner Person füllen, damit öffentliches Interesse zur Genüge befriedigt werden kann.

25. Juni 2011

Was macht der Musiker mit der Verwertungsgeslleschaft?

[Update 1. Juli 2011] Endlich findet sich eine offizielle Übersetzung des zugehörigen Petitionstextes und zwar hier: http://blog.jamendo.com/2011/06/30/jamendo-will-mit-einer-ipetition-die-rechte-unabhangige-kunstlerinnen-starken/

Jamendo hat kürzlich eine Petition für die Gerechtigkeit der Tantiemenverteilung und die Rechte der Musiker an ihrer Musik gestartet. Der zugehörige Text ist etwas knapp gehalten und vor allem angesichts auch der aktuellen Jamendo Awards drängt sich mir persönlich der Verdacht auf, dass es doch eher Werbung für Jamendo sein soll. Beim Recherchieren habe ich hier eine etwas ausführlichere Erläuterung gefunden und dann doch unterschrieben.

Worum also geht es in dieser Petition?

29. Mai 2011

Sven Regener über Popularität und Verbreitung von Musik

Entnommen diesem Interview auf diePresse.com (29. Mai 2011, Günter Felbermayer und Christina Köck im Interview mit Sven Regener):
… Es gibt ja keine Kunst, die von mehr als drei Prozent der Leute in einem Land gut gefunden wird. Wenn ich eine Million Platten verkaufe in Deutschland, dann haben 1,25 Prozent der Bevölkerung meine Platte gekauft. Wenn einer vier Millionen verkauft – was unmöglich ist – dann sind es fünf Prozent. Das heißt aber, dass 95 Prozent diese Platte immer noch nicht gekauft haben.
Vielleicht haben diese Leute die Musik aber schon illegal vom Internet runtergezogen.
Nein. (lacht) Das passiert nicht. Damit müssen auch die größten Superstars leben, dass noch immer 95 Prozent der Leute sagen: So ein Arschloch.
Ausgesprochen aufmunternd finde ich. Vor allem auch diese Theorie weiter zu spinnen, Ausdehnung auf jeden offenen Markt. Reichweite bedeutet in meinem Fall also nicht, dass z.B. möglichst viele Leute auf Jamendo meine Musik mögen, sondern dass ich einen Markt woanders finde, der möglichst viele Leute zu Jamendo bringt…

22. März 2011

by-sa, by-nc-nd, GEMA, AKM, STIM und Erik Möller

Ein langes Nachdenken, ein Verzweifeln vor dem Gesetz, ein letztes Meditieren über alten Denkstrukturen. In den letzten Wochen habe ich zwar auch immer Musik gemacht, in musikalischer Hinsicht war ich aber eher mit dem Urherberrecht und seinen Folgen beschäftigt. Filesharing empfand ich ehrlich gesagt noch nie als kriminelle Tat (raubkopierer-sind-keine-verbrecher). Das Zeug kann kopiert werden, warum ist man ein Verbrecher (respect-copyrights, mittlerweile rhetorisch etwas entschärft), wenn man sich daran noch nicht einmal materiell bereichert.

3. Februar 2011

Die Frage nach der Sprache und alles noch einmal?

Im Eigentlichen schreibe ich ja lieber Deutsch, gelegentlich auch gerne Englisch und manchmal kann man ohnehin nicht wählen. Aber wenn ich hier jetzt einen Blog schreibe, welche Sprache soll ich dann verwenden? Ich wähle bis auf Abruf einen Kompromiss. Mal Deutsch, mal Englisch, mal sehen, was besser ankommt. Wichtige Gedanken und Fragen werde ich versuchen vorerst in beiden Sprachen zu behandeln.