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23. Mai 2012

Drei Fragen an die Verwertungsgesellschaft AKM

Worum geht es in der Urheberrechtsdebatte? Aus meiner Sicht um nichts weniger als meine persönliche künstlerische Freiheit. Ich will
  1. die Freiheit, Musik die mich inspiriert nach meinen Vorstellungen zu verwenden,
  2. die Möglichkeit, Tauschbörsen als Werbetool zu verwenden und
  3. die Sicherheit, für meine Werke (auch mit Hilfe einer Verwertungsgesellschaft) bezahlt zu werden.
Und ich will eine legale, offizielle und ethisch vertretbare Lösung für diese drei Punkte. Im Folgenden führe ich die Probleme  etwas genauer aus und schließe dann mit drei Forderungen an meine Verwertungsgesellschaft, die meine künstlerische Freiheit in vertretbarer Weise garantieren würden.

12. Mai 2012

Was wäre, wenn wir das Urheberrecht so vollstrecken würden wie manche sich das vorstellen?

Die Prämissen sind schnell umrissen. Das Recht auf geistiges Eigentum hat in der digitalen Welt einen schwierigen Stand. Zu einfach und zu schnell können Inhalte geteilt und kopiert werden, als dass eine Kontrolle auf Legalität noch möglich wäre. Prinzipiell besteht das Problem der erweiterten Privatkopie schon seit den ersten erschwinglichen Fotoapparaten und anderen Aufnahmegeräten. Aber erst jetzt besteht zwischen Kopie und Original kein wesentlicher Qualitätsunterschied mehr. Technisch gesehen ist es theoretisch möglich, unautorisierte Kopien vollständig zu unterbinden. Was wäre, wenn wir das Recht auf geistiges Eigentum mit allen Mitteln durchsetzen würden?

25. März 2012

Urheberrechtsverletzung, die; -, -en

eine universelle Komposition von Christof Spanring


Präambel:

Verwendung jedweder Art ist verboten und wird straf- und/oder zivilrechtlich verfolgt.

Dieses Werk spielt mit dem Paradoxon des Urheberrechts. Es besteht aus zwei essentiellen Komponenten, der Struktur und der Interpretation. Die Besetzung ist beliebig, die Ausführung kann durch ein beliebiges Medium erfolgen. Die Struktur (das Metrum) ist im Vorhinein zu vereinbaren und regelt die zeitliche bzw. sonstwie räumliche Ausdehnung im Medium. Die Interpretation ist notwendigerweise eine nicht näher spezifizierte Urheberrechtsverletzung, kann als solche aber von jedem Mitglied der Besetzung beliebig und unabhängig gewählt werden.


Die Internet-Referenz http://urheberrechtsverletzung.christofspanring.com verweist auf die zeitlich nicht limitierte und als solche fortwährend wachsende und sich im Wandel befindliche Repräsentation der Komposition.

8. Februar 2012

Warum ich gerade als Kreatives Schaffender dem Urheberrecht skeptisch gegenüber stehe

Heute nehme ich Referenz auf einen Blogeintrag von Rechtsanwältin Nina Diercks von socialmediarecht.wordpress.com. Dort führt sie recht sachlich und relativ objektiv die aktuelle Lage des Urheberrechts, mit Einbeziehungen verschiedener Meinungen auf. Unter anderem bringt sie aber auch die These, von der Knebelung durch das Urheberrecht in Verbindung mit einer Aufspaltung in Nutzer und Schaffende in Verbindung.

Ich zitiere:
" ... wird aber heute von den Befürwortern des freien Internets immer wieder argumentiert, dass der kreative Schaffens- und damit ein Innovationsprozess durch den Urheberrechtsschutz unterbunden wird. ... Advocatus diaboli mäßig behaupte ich an dieser Stelle auch einfach mal, dass diese Argumentation vorwiegend von Nutzern und nicht von Urhebern, also den kreativ Schaffenden, erbracht wird…"

31. Januar 2012

Zwei, drei, viele Herzen schlagen ach in meiner Brust

Es ist dem frühen Tod des Dichters vor deutlich mehr als neunzig Jahren zu verdanken, dass ich diese Überschrift heute rechtlich bedenkenlos verwenden kann. Wäre Goethe Zeitgenosse oder auch nur noch im Katalog der Verwertungsgesellschaften vertreten, es wäre mir heutzutage nur mit Glück gestattet, ihn in diesem Zusammenhang zu zitieren, die Abänderung bräuchte ich wohl gar nicht erst zu versuchen. Ironischerweise ist das damals nicht vorhandene Urheberrecht mit ein Grund für seine ungeheure Schaffenskraft.

27. Januar 2012

Die Freiheit, die das Internet bietet ist wesentlich wichtiger, als Tantiemenkontrolle durch Monopolbetriebe

Das Prekariat der Kunstschaffenden ist im Aufwind. Sinnbildlich gesprochen natürlich, prekäre Verhältnisse zu Lebzeiten nicht anerkannter Künstler / Musiker / Schrifsteller / Schauspieler und sind ein alter Hut. In die falsche Richtung geht meiner Meinung nach die Initiative Kunst hat Recht, die vorgibt das Prekariat, also die mittellosen Kunstschaffenden zu vertreten.

2. Dezember 2011

Urheberrecht, freie Software und freie Medien: eine Betrachtung

In den vergangenen Tagen habe ich wieder ein wenig über das Urheberrecht nachgedacht. Zum Teil angeregt durch eine Diskussion mit einem guten Freund, zum Teil wegen eines Artikels auf golem.de über Jan Delay. Es ist nach wie vor meine persönliche Überzeugung dass Filesharing nicht kriminalisiert werden darf. Dennoch sehe ich im Vergleich zu freier Software einen wichtigen Unterschied bei freier Musik.

25. Juni 2011

Was macht der Musiker mit der Verwertungsgeslleschaft?

[Update 1. Juli 2011] Endlich findet sich eine offizielle Übersetzung des zugehörigen Petitionstextes und zwar hier: http://blog.jamendo.com/2011/06/30/jamendo-will-mit-einer-ipetition-die-rechte-unabhangige-kunstlerinnen-starken/

Jamendo hat kürzlich eine Petition für die Gerechtigkeit der Tantiemenverteilung und die Rechte der Musiker an ihrer Musik gestartet. Der zugehörige Text ist etwas knapp gehalten und vor allem angesichts auch der aktuellen Jamendo Awards drängt sich mir persönlich der Verdacht auf, dass es doch eher Werbung für Jamendo sein soll. Beim Recherchieren habe ich hier eine etwas ausführlichere Erläuterung gefunden und dann doch unterschrieben.

Worum also geht es in dieser Petition?

24. Juni 2011

A Petition pro artists and their rights regarding collecting societies hosted by Jamendo

So here I am with a short entry concerning a petition Jamendo created on behalf of artists, music listeneres and other folks. You can find the petition here. Anyway the description in the petition is a bit short and not saying anything so there is a more extended description here. The petition is mainly about putting the habit of collecting societies into light, e.g. the exclusivity an artist has to provide. The petition is somehow directed at the european parliament, I think this pdf should give more insights, but I am not yet familiar enough with the backgrounds. I fully support this idea, anyway I have my thoughts.

22. März 2011

by-sa, by-nc-nd, GEMA, AKM, STIM und Erik Möller

Ein langes Nachdenken, ein Verzweifeln vor dem Gesetz, ein letztes Meditieren über alten Denkstrukturen. In den letzten Wochen habe ich zwar auch immer Musik gemacht, in musikalischer Hinsicht war ich aber eher mit dem Urherberrecht und seinen Folgen beschäftigt. Filesharing empfand ich ehrlich gesagt noch nie als kriminelle Tat (raubkopierer-sind-keine-verbrecher). Das Zeug kann kopiert werden, warum ist man ein Verbrecher (respect-copyrights, mittlerweile rhetorisch etwas entschärft), wenn man sich daran noch nicht einmal materiell bereichert.